Sören Hemken: Meine Reisen

 

Ich zergehe in Unachtsamkeit
und träume still vom niemals endenden Lied der menschlichen Gezeiten.

Wo in Gottes Namen finden Liebe und Hass ein Gleichgewicht, wenn nicht in Raum und Zeit?

So fließ' ich runter die Rinne,
bis tief in Teufelsküche.
Dort verdampft zum blassen Dunst, steig' ich wieder auf.

Erst rein, so klar - wie destilliert,
dann durch Menschenhand
verdreckt mit neuer Gier.

„Keine Chance zur Balance...!“

– ertönt’s mit der Stimme der Sonne

und ohne greifbare Logik schickt‘s mich dunkel hinab,

zurück in lebendes Gebein.

Dort fasse ich Fuß, doch wachs‘ ich nie wirklich auf,

denn es geht seinen gewohnt-tödlichen Lauf.

Bis hin zum Gott, dessen Namen ich weiß,

hinunter zum Teufel bestraft für irdischen Fleiß.
Und auf, und ab, und auf, und ab.

Bis schließlich die Nacht in treuer Kälte erwacht
und der dreckige Mond nur zu mir kleinem Fleck sagt;

„Wer Rhythmus liebt, dem fällt’s nicht schwer,

doch akzeptieren muss jeder hinterher;

Die Balance ist da, wo sie niemand sehen will,
zwischen Teufel und Gott, zwischen Erde und Himmel.

Denn sie liegt im Gesamten und liegt in den Fehlern,

die wir zwischen Liebe und Hass nie eingestehen
- im ewigen unwillkürlichen Rhythmus der Energie.
Überleben wirst du den niemals nie!

Denn die Musik hört sich nicht -,
die Zeit vergeht sich nicht -,
der Raum beengt sich nicht -
und du triffst dich nicht selbst.“
 
So gestehe ich die Wiese mangelnder Weisheit

und überlasse das Träumen den Schlafenden,
die sich niemals Wecken könnten.

Gute Nacht, ihr Glücklichen!

Wisst ihr ebenso wenig wie ich, wie real und irreal die eigene Welt doch ist.
Doch das ist sicher eines Anderen List.